Was braucht mein Körper um zu funktionieren?

Wissenswertes über Proteine, Fette, Kohlenhydrate und Wasser

Eiweiß, ein unentbehrlicher Stoff

Baustoff Eiweiß bei deiner Ernährung
© Uschi Dreiucker / pixelio.de
Eiweiß ist unentbehrlich für unseren Organismus – ohne geht gar nichts. Das meiste ist in der Muskulatur gespeichert, ca. 60% davon. Das Grundgerüst der Proteine sind einzelne Aminosäuren. 20 Aminosäuren braucht unser Organismus, um daraus alle notwendigen Proteine zu bauen. Es gibt unzählige unterschiedliche Proteine, die als Bausteine für Zellen, Muskeln, Knochen, Haare, Haut und Nägel verwendet werden. Sie werden ständig für den Aufbau und Umbau sowie die Regeneration von Zellstrukturen eingesetzt. Weiter sind sie in zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und ganz wichtig, sie bilden die Grundlage unserer Immunabwehr.

Eier sind das vollwertigste Lebensmittel überhaupt – alles was wir brauchen ist in diesem kleinen runden Teil enthalten. Und keine Angst vor zu viel Cholesterin!

P.S. Das mit dem Cholesterin kann ich dir bei einer Beratung gerne mal erklären oder du liest schon mal hier:
 
Eiweißlieferanten sind Eier, Fisch, Fleisch, Käse, Nüsse und Hülsenfrüchte. Natürlich auch Milchprodukte wie Quark oder Jogurt. Kaufe aber bitte keine Light-Produkte – da sind zu viele „Füllstoffe“ drin, die du wirklich nicht brauchst.

Wenn du dich vegetarisch oder vegan ernähren möchtest, solltest du die pflanzlichen Eiweißlieferanten in die Küche holen. Grüne Erbsen, Kichererbsen, Bohnen, die vielen Linsensorten liefern hochwertiges Protein zu kleinem Preis.
Auch als Sprossen im Glas eine tolle Bereicherung für deinen Teller.
Sprossen & Co auf der Fensterbank

An dieser Stelle weise ich darauf hin, dass gerade Senioren vermehrt Proteine brauchen, um unerwünschten Muskulaturabbau zu verhindern. Du hast einen älteren Menschen zu versorgen?
Gerne gebe ich mein Wissen an dich weiter.

Eiweiß – der besondere Nährstoff. Aus Kohlenhydraten kann unser Körper Fett herstellen, aus Eiweiß baut er Kohlenhydrate (Glukose), aber Eiweiß lässt sich durch nichts ersetzen!

(Ernst Kofranyi)

Wir brauchen Fette, gute Fette!

Nährstoffe pur
© segovax / pixelio.de

Kaum ein anderer Bestandteil unserer Lebensmittel wurde bisher in der Ernährung so verdammt wie Fett, und das zu Unrecht! Fett ist lebensnotwendig! Ohne gute Fette und Öle aus unserer Nahrung wären wir bald mausetot.
Fett macht dick und krank? – Glaube nicht alles was in den letzten Jahren an Theorien verbreitet wurde und in vielen Köpfen noch drin ist.

Wir brauchen gute Fette, um satt zu werden und zu bleiben, für den Geschmack, zum Aufschließen der fettlöslichen Vitamine, zur Bildung zahlreicher Gewebshormone, die für das Funktionieren verschiedener Funktionen in unserem Körper verantwortlich sind. Mit etwas mehr gesundem Fett (in Maßen natürlich), lassen sich manche chronische Zivilisationskrankheiten auf schmackhafte Art und Weise in den Griff bekommen.

Beachten solltest du welches Fett für welche Anwendung, kalt oder warm.
Zum braten von Fleisch verwende am besten Kokosfett oder Butterschmalz – das Fleisch bleibt innen zart und wird außen schön kross. Beide Fette bleiben hitzestabil, ihre Fettsäuren verändern sich nicht, bzw. erst bei sehr hohen Temperaturen. Kokosfett passt zudem wunderbar zu allen asiatischen Gerichten.

Das Rührei zum Frühstück kann mit einem Stückchen Butter zubereitet werden.
Olivenöl für leichtes andünsten der mediterranen Gemüsepfanne mit Biß ... Pfeffer, etwas Meersalz und grob geriebenen Parmesankäse darüber, herrlich!

Zur Kaltanwendung ist Leinöl ein super Omega-3-Lieferant. In kleinen Mengen im Kühlschrank gut haltbar. 1-2 EL zusätzlich über den frischen Salat und du tust dir was Gutes. Walnussöl und Olivenöl sind ebenfalls wunderbar in der Küche zu verwenden. Esse reichlich Omega-3-haltige Speisen, wie bspw. fette Fische (Hering, Wildlachs, Makrele, Sardine), wegen der Eicosapentaensäure (EPA) und Decosahexaensäure (DHA) als Gefäßschutz sowie für Herz und Hirn :-)

Vermeide zu viele Omega-6-reiche Lebensmittel wie bspw. Sonnenblumenöl oder Distelöl und daraus hergestellte Lebensmittel. Dazu gehören u. a. oft auch abgepackte Gebäcksorten, Chips und Fertiggerichte aller Art.

Zu viele Omega-6 Fettsäuren wirken entzündungsfördernd. Omega-3-haltige Lebensmittel wirken sich entzündungshemmend und besonders günstig auf die Blutfettwerte aus.
Bei unserer heutigen Ernährung liegt das Verhältnis ungefähr bei 10 : 1 bis zu 21 : 1. Angestrebt werden sollte ein Verhältnis von max. 5 : 1, d. h. höchstens 5mal mehr Omega-6 als Omega-3! Fragen hierzu? 


Bei der industriellen Produktion mancher Fertigprodukte können schädliche Transfettsäuren entstehen. Um Öle und weiche Fette zu festigen, werden sie chemisch gehärtet. Dabei können zahlreiche gesundheitlich bedenkliche Fettabkömmlinge, die Transfettsäuren, entstehen.
Sie gelten als problematisch, weil sie eine unerwünschte Wirkungen im Körper entfalten können. Beispielsweise beeinflussen sie die Cholesterinwerte ungünstig, fördern Entzündungen, stören die Funktion der Zellmembranen und die Wirkung der nützlichen Omega-3-Fettsäuren.
Sie werden mit Herzinfarkten oder auch Übergewicht in Verbindung gebracht.

Und noch etwas muss gesagt werden ... Fett macht nicht fett! Dafür sind die fiesen Kohlenhydrate verantwortlich, die mit der "zivilisierten (?)" Ernährungsweise einhergehen. Wenn dann noch schlechte Fette konsumiert werden, dann wird´s richtig fett.

Sind Kohlenhydrate Satt- oder Hungermacher?

Die lange Zeit propagierte fettarme Ernährung, geht oft mit vermehrtem Kohlenhydratverzehr einher. Denn fettarme, fettreduzierte Lebensmittel enthalten meist mehr Stärke, Füllstoffe und Zucker (bspw. Light-Produkte).

Beilagen wie Nudeln, Reis, Kartoffeln, Vollkornbrot sind aus der fettarmen Ernährung nicht wegzudenken. Weniger Fette und mehr Kohlenhydrate sollen satt und schlank machen. Leider ist dies nicht der Fall, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Auf Grund dieser Ernährungsweise gab und gibt es leider mehr übergewichtige Menschen – das sollte doch so gar nicht sein. Wie denn das?

Stärke- und zuckerhaltige Lebensmittel verursachen starke Blutzuckerschwankungen. Du isst bspw. ein Stück Kuchen oder sonst einen Imbiss vom Bäcker – schwups schnellt dein Blutzuckerspiegel in die Höhe. Stärke wird im Körper schnell in die Zuckerbestandteile aufgeschlossen. Es gilt nun den erhöhten Blutzucker zu senken, als Folge wird blutzuckersenkendes Insulin durch die Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet um auszugleichen. Insulin ist aber auch ein Speicherhormon.

Fazit: Der Blutzuckerspiegel sinkt nicht auf den Normalwert, nein – meist darunter. Die Folge ist eine Unterzuckerung, die wiederum Hungergefühle auslösen wird. Der Teufelskreis beginnt sich zu drehen. Kohlenhydrate sind auch Hungermacher!

Die Sache mit den Kohlenhydraten

Sorry, aber an dieser Stelle muss ich es mal ansprechen: Schweine werden mit Kohlenhydraten, d. h. mit Getreide gemästet und nicht mit Fett! So klappt das auch bei uns Menschen.
Essen wir vermehrt Kohlenhydrate und verbrauchen diese auch, bekommen wir keine Probleme.
Essen wir zu viel Kohlenhydrate und verbrauchen diese nicht, wird ihr Überschuss einfach in Fett umgewandelt und die Depots wachsen.
Und diese Fettdepots wirken sich nicht positiv auf deine Gesundheit aus.
Wusstest du, dass Insulin am Wachstum der Fettdepots beteiligt ist?

Die Zufuhr von vielen Kohlenhydraten heißt auch viel Insulinausschüttung. Es senkt zwar den Blutzuckerspiegel, blockiert aber auch die Fettverbrennung und begünstigt somit die Fetteinlagerung. Insulin ist also ein Masthormon.

Das heißt für die Zukunft … weniger Kohlenhydrate auf den Teller, wenn du dich nicht mästen willst und keine oder wenig Bewegung hast.

An dieser Stelle sei einmal angesprochen, dass körperliche Bewegung die Verbrennung der Kohlenhydrate fördert. Weiter kommen der Kreislauf und die Sauerstoffversorgung in Schwung. Stoffwechselaktivierung!

Versuche ein über den anderen Tag dich so zu bewegen, dass du die Anstrengung spürst. Dies hat nichts mit Leistungssport zu tun, das ist was ganz anderes. Nein, sich einfach einmal mehr als sonst bewegen. Ein guter Anfang! Und wenn du das noch mit einem Lachen tust, sind andere versucht es dir gleich zu tun. :-)

Wasserhaushalt – Trinken Sie jeden Tag genug?

Ohne Wasser können wir nicht lange überleben – gleich nach dem Sauerstoff, ist es das wichtigste Element! Denn ohne Wasser schaffen wir vielleicht gerade mal drei Tage. Der Wasseranteil in unserem Körper beträgt ca. 60 - 70%, das sind bei einem Körpergewicht von 70 kg immerhin 40 – 50 Liter, bei Säuglingen sogar 5 – 10 % mehr und bei Senioren 10 % weniger. Wasser braucht unser Körper für viele Funktionen, zum Beispiel als

Lösungsmittel: Der Nahrungsbrei wird verflüssigt und die festen Nahrungsbestandteile werden gelöst (Salze, Zucker).

Transportmittel: Blut und Lymphe tragen gelöste Nährstoffe, Regulatorstoffe und die Zellen des Immunsystems zu ihren Wirkungsorten. Wasserlösliche Stoffwechselendprodukte werden über die Niere ausgeschieden.

Baustein: Es sorgt für die Elastizität des Knorpels, der Sehnen und Bandscheiben.

Wärmeregulierung: Es schützt uns durch Verdunstung (schwitzen) über die Haut und den Körper vor Überhitzung.

Reaktionspartner: Die Wassermoleküle sind Reaktionspartner bei vielen Stoffwechselvorgängen.

Was und wieviel du trinken solltest: Mindestens 2 Liter am Tag, bei sportlicher Betätigung 2,5 Liter und auch mehr, je nach Aktivität.

Mineralwasser oder gefiltertes Leitungswasser
verdünnte Obst- und Gemüsesäfte
Tee und bis zu vier Tassen Kaffee 


Diese Getränke gehören nicht zur Flüssigkeitszufuhr:

Alkohol
Milch (Milch ist ein Lebensmittel und kein Getränk)
Limonaden und Softgetränke (meist enthalten sie einen hohen Zuckeranteil)
pure Obstsäfte

Ein grobes Maß für den Wasserbedarf sind 30 ml je Kilogramm Körpergewicht – bei Sport zusätzlich alle 20 Minuten ca. 250 ml. Und bei hohen Temperaturen im Sommer sowieso mehr.

Allerdings beeinflussen auch andere Faktoren wie Krankheit (Fieber), das Klima in dem wir leben, körperliche Aktivität (Freizeit oder Beruf) oder die Aufnahme von vielen Ballaststoffen (diese binden Wasser) den Wasserbedarf.

Trinke nicht erst wenn das Durstgefühl aufkommt, sondern in regelmäßigen Abständen immer mal wieder ein Glas Wasser. So sorgst du dafür, dass das Blut nicht verdickt, keine Zirkulationsstörungen auftreten und keine Leistungsminderung eintritt.
Das passiert nämlich bereits, wenn circa 2 % des Körpergewichts als Flüssigkeit verloren gegangen sind (Beispiel: 1,5 Liter Schweißverlust bei einer 75 kg schweren Person).

Wenn du viel trinkst, wird der Urin im Laufe des Tages klar und geruchlos. Ist er am Nachmittag immer noch dunkel, dann solltest du unbedingt zur Wasserflasche greifen